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Rotes Kreuz setzt auf den Kleiderladen

Altkleidercontainer galten lange als einfache Lösung für ausrangierte Kleidung. Doch der Markt ist gekippt. Weil sich Säcke stapeln, Beschwerden zunehmen und Verwerter keine Abnehmer mehr finden, zieht der BRK Kreisverband Garmisch-Partenkirchen jetzt Konsequenzen.

Nachdem die Entsorgung von Altkleidern über Sammelcontainer in den letzten Monaten zunehmend zu einem Problem wurde, lässt nun auch der BRK Kreisverband seine Sammelcontainer im Landkreis abbauen.

Der Markt für gebrauchte Bekleidung ist in Deutschland weitgehend zusammengebrochen. Weil es keine Abnehmer mehr für die gesammelten Altkleider aus den Containern gibt, sind viele Organisationen in den letzten 12 Monaten aus der Sammlung ausgestiegen.

Auch das BRK hat bayernweit bereits viele Standorte abgebaut. Viele Verwerter kämpfen mit den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen oder sind bereits insolvent. Nun hat auch der BRK Kreisverband Garmisch-Partenkirchen entschieden, seine zahlreichen, über den ganzen Landkreis verstreuten Altkleidercontainer zu entfernen. Der Abbau läuft bereits.

Projektleiter Andreas Kumeth: „Die Situation war schlicht untragbar. Weil in den letzten Monaten bereits viele Container verschwunden sind, haben sich an unseren Sammelstationen die Säcke gestapelt. Es gab viele Beschwerden.“

Die Ursache für das Problem: Weil immer mehr billige Wegwerfkleidung aus Kunststoff in den Containern landet, für die es keine sinnvolle Weiterverwendung mehr gibt, sitzen die Vermarkter auf einem ständig wachsenden Altkleiderberg. „Tatsächlich müssen Altkleider heute zu einem großen Teil über den Müll entsorgt werden“, sagt Kumeth. „Das ist jedoch keine Aufgabe für das Rote Kreuz.“

Mittlerweile kann alte Kleidung über die Wertstoffhöfe der Gemeinden entsorgt werden. Das Landratsamt hat so das Problem gelöst. „Wir sind überzeugt, dass Kleidung, die es wert ist, auch eine zweite Chance im Kleiderschrank bekommen sollte.“ Deshalb nimmt der Second-Hand-Laden des Roten Kreuzes „Die Kleiderretter“ in der Bahnhofstraße 16 weiterhin gute Kleidung an. „Im Moment können wir eine Tasche pro Kunden entgegen nehmen“, sagt Andreas Kumeth. Gesucht werden Damen-, Herren- und Kinderbekleidung, die keine sichtbaren Schmutz- und Abnutzungsspuren hat.
 

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