Aktuelle Informationen zur Verbreitung von Covid-19Aktuelle Informationen zur Verbreitung von Covid-19

Informationen des BRK Kreisverbandes zur Ausbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) (Stand: 16.03.2020)

Aufgrund zunehmender Nachfragen im BRK Kreisverband von Bügerinnen und Bürgern sowie von Fragen von Patientinnen und Patienten möchten wir Sie an dieser Stelle über die aktuelle Lage aus Sicht des Roten Kreuzes informieren. Gleichzeitig stellen wir Ihnen hier alle weiterführenden Informationen über die aktuelle Situation der zuständigen Behörden zur Verfügung, maßgeblich des Robert-Koch-Instituts sowie des Gesundheitsamtes Garmisch-Partenkirchen.

 

Blutspendetermin im Landkreis finden uneingeschränkt statt.

Blut ist der Grundstoff für zahlreiche lebenswichtige Medikamente. Auch in Zeiten des Corona-Virus werden die Blutspendedienste  die Versorgung der Krankenhäuser mit frischen Blutpräparaten sicher stellen. Deshalb werden auch weiterhin alle Blutspendetermine stattfinden. Der Blustpendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes weist in einer aktuelle Erklärung unter dem Titel "Ruhig Blut" darauf hin, dass eine kontinuierliche Blutspende essenziell ist. Dabei gilt grundsätzlich, dass Spendenwillige, die sich krank fühlen oder Anzeichen einer Erkältung zeigen, nicht zur Blutspende gehen sollen. Auch die Sicherheit der Blutpräparate ist durch die hohen Hygienstandards sicher gestellt. Es gibt zudem keine Hinweise, dass das Virus SARS-CoV-2 durch Blut oder Blutpräparate übertragbar ist. Die nächsten Spendetermine im Landkreis sind:

11.3. BRK-Haus Partenkirchen, 15.30 bis 20.00 Uhr
16.3. Kultur- und Tagungszentrum Murnau, 16.00 bis 20.00 Uhr
18.3. Grund- und Mittelschule Mittenwald, 16.00 bis 20.00 Uhr
07.4. Pfarrheim Bad Kohlgrub, 16.00 bis 20.00 Uhr
23.4. Kolpingheim Garmisch, 16.00 bis 20.00 Uhr

 Weitere Termine finden Sie hier auf unserer Webseite.

BRK Kreisverband sagt alle Kurstermine bis zum 30.4. ab.

Der Kreisverband sagt alle Kurse bis Ende April ab. Bereits laufende Kurse wie z.B. unsere Schwimmkurse werden nach dem 30.4. fortgesetzt.  Unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden entsprechend informiert.
Kurse, die im Zeitraum bis zum 30.4. beginnen, werden gestrichen und durch neue Termine ersetzt. Wir bitten alle bereits angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich erneut anzumelden. Wir werden baldmöglichst Ersatztermine in unserem Buchungsportal  www.brk-gap.de/kurse einpflegen und bekannt geben.

Was ist Covid-19?

Covid-19 ist eine Atemwegserkrankung, die von einer neuen Subspezies der Coronaviren mit dem namen SARS-CoV-2 ausgelöst wird. Coronaviren sind eine Virusfamilie, die bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts vor allem für Erkältungskrankheiten mit leichterem Verlauf verantwortlich war. 2002 trat erstmals eine Mutation eines Coronavirus auf das hohes Fieber auslöst, akute Atemnot, Durchfall, Muskel- und Kopfschmerzen und eine Lungenentzündung. Die von diesem Coronavirus ausgelöste Krankheit wurde als "schweres akutes respiratorisches Syndrom" (SARS) benannt und verursachte 2002/2003 eine Pandemie. Weltweit erkrankten 8.096 Menschen an SARS, davon starben 774.
2012 trat erstmals ein weiteres Coronavirus im Mittleren Osten auf das MERS-CoV benannte wurde. Eine Infektion mit MERS verläuft deutlich schwerer und es versterben mehr Menschen an der Krankheit. Allerdings ist es deutlich schwerer übertragbar. Bis heute hat die Weltgesundheitsorganisation WHO 2.494 Fälle bestätigen können, von denen 858 verstorben sind.

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ist sehr viel leichter übertragbar, hat allerdings deutlich schwächere Auswirkungen auf den Menschen. Bei 80% der Betroffenen äußert sich die Krankheit als leichte Erkältungskrankheit. Die Symptome sind ähnlich wie bei SARS aber verlaufen nach derzeitigem Wissensstand weniger schwer und in selteneren Fällen tödlich (derzeit liegt die sogenannte Letalitätsrate bei 2,9%)

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen?

Weltweit beobachtet die Weltgesundheitsorganisation WHO die Ausbreitung von SARS-CoV-2. Einige Wissenschaftler sprechen bereits von einer Pandemie, offiziell hat die WHO Covid-19 noch nicht zur Pandemie erklärt. Gesundheitsminister Jens Spahn hat am 26. 2.2020 erstmals von einer möglichen Pandemie in Deutschland und Europa gesprochen. Hintergrund sind neue Coronainfektionen in Deutschland, bei denen der Ansteckungsweg (Kontakt zu Personen aus China) nicht eindeutig geklärt werden konnte. Damit können anders als beim Fall der infizierten Mitarbeiter eines oberbayerischen Automobilzulieferers mit insgesamt 14 Betroffenen die sogenannten Infektionsketten nicht zurückverfolgt werden. Eine Eindämmung ist nur schwer oder nicht möglich und eine rasche Ausbreitung des Virus wahrscheinlich.
In Deutschland ist das Robert-Koch-Institut (RKI) mit Sitz in Berlin zuständig für die Beobachtung und Einordnung der Ausbreitung von Covid-19 weltweit sowie in Deutschland. Das RKI informiert Ärzte, medizinisches Fachpersonal, Behörden und Kliniken sowie die Bevölkerung über eine ständig aktualisierte Seite im Internet. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html Dort finden Sie aktuelle Informationen über die aktuelle Risikobewertung, Maßnahmen zum Schutz vor einer Infektion sowie zahlreiche Antworten auf häufig gestellte Fragen. Für die Umsetzung der Empfehlungen des RKI sind die Länderbehörden zuständig, vor Ort die jeweiligen Gesundheitsämter. Das Gesundheitsamt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen bereitet sich auf erste Fälle von Covid-19-Patienten auch im Landkreis vor. Es gibt eine Rund-Um-die Uhr Rufbereitschaft. Besorgte Bürger können sich an die Rufnummer 08821/751500 wenden. Das bayerische Gesundheitsministerium hat ein eigenes Bürgertelefon unter der Nummer 09131/6808-5101 eingerichtet.

Das Rote Kreuz verfügt nicht über Informationen, die über die Inhalte aus diesen, jedermann zugänglichen Quellen hinausgehen.

Was tun im Falle einer Infektion bzw. des Verdachtes auf eine Erkrankung an Covid-19.

Eine Erkrankung macht sich mit grippeähnlichen Symptomen wie Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Durchfall, Atemwegsbeschwerden und Fieber bemerkbar. Betroffene können auch symptomfrei sein und trotzdem das Virus weiter verbreiten, andere erkranken schwer an Covid-19.  Derzeit steht keine kausale Therapie in Form eines antiviralen Medikamentes zur Verfügung. Je nach Schwere der Erkrankung gibt es jedoch die Möglichkeit Betroffenen zu helfen, indem man die Symptome behandelt. Bei schweren Atemwegsproblemen also z.B. Sauerstoff zuführt. Entscheidend für eine angemessene und richtige Betreuung ist einerseits die Kontaktaufnahme mit medizinischem Fachpersonal, andererseits die Vermeidung weiterer Infektionen. Ein begründeter Verdacht, dass Sie sich mit SARS-CoV-2 angesteckt haben, besteht derzeit immer dann, wenn Sie sich in den letzten 2 Wochen in einer stark vom Virus betroffenen Region wie Hubei in China oder der Provinz Lodi in der Lombardei aufgehalten haben oder Kontakt zu Personen aus diesen Regionen hatten, die möglicherweise selbst erkrankt sind oder Krankheitssymptome zeigen oder Kontakt zu anderen Infizierten hatten.  Das Robert-Koch-Institut hat ein sogenanntes Flussschema veröffentlicht, nachdem medizinisches Hilfspersonal oder auch Sie selbst überprüfen können, ob Sie möglicherweise ein Corona-Verdachtsfall sein könnten. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Massnahmen_Verdachtsfall_Infografik_DINA3.html. Eine Übersicht über die aktuellen Risikogebiete finden Sie ebenfalls auf den Seiten des RKI: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html.

Gewissheit über eine Infektion kann erst ein Schnelltest bringen. Wenn Sie vermuten sich angesteckt zu haben, dann wenden Sie sich an Ihren Hausarzt und berichten Sie diesem davon. Dieser wird im Gespräch mit Ihnen klären, ob ein Risiko je nach aktueller Datenlage für Sie besteht. Stuft Ihr Arzt Sie als Verdachtsfall ein, wird er mit Ihnen die nächsten Schritte organisieren, damit Sie getestet werden können. Vermeiden Sie bis dahin Kontakt mit Dritten, auch mit Familienmitgliedern. Wenn Sie notfallmedizinische Hilfe über die Rufnummer 112 suchen, dann weisen Sie den Mitarbeiter in der Integrierten Leitstelle auf Ihre Sorge hin, möglicherweise an Covid-19 erkrankt zu sein. Er wird veranlassen, dass Sie alle Hilfe bekommen und gleichzeitig von Anfang an richtig betreut werden.

Hinweis: Suchen Sie bitte bei einem begründeten Verdacht nicht einfach einen Arzt oder eine Klinik auf, sondern sprechen Sie immer zunächst telefonisch das weitere Vorgehen ab. Nutzen Sie dazu auch die Rufnummern des bayerischen Gesundheitsministeriums oder des Gesundheitsamtes im Landkreis.

Was tut das Rote Kreuz?

Zusammen mit dem MKT organisiert das Rote Kreuz im Landkreis den Rettungsdienst. Infektionskrankheiten gehören zum Alltag des Rettungsdienstes und der Pflege, der Umgang damit ist routiniert. Im Verdachtsfall werden Hygieneschutzmaßnahmen ergriffen. Das Material hierzu ist standardmäßig auf jedem Rettungswagen, Krankenwagen, Notarzteinsatzfahrzeug, jeder Pflege- und Krankenstation vorgehalten. Der Notruf 112 ist nur bei einem medizinischem Notfall die richtige Anlaufstelle. Bei einem reinen Verdachtsfall ohne Symptome wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt oder das Gesundheitsamt im Landkreis.
Um eine fachgerechte medizinische Versorgung für alle Patientinnen und Patienten sicher zu stellen, ist es wichtig, dass unsere Mitarbeiter im Rettungsdienst selbst gesund bleiben und sich nicht mit SARS-CoV-2 infizieren. Deshalb werden Ihnen alle Rettungsdienstmitarbeiter bei einem begründeten Verdacht mit entsprechender Schutzausrüstung begegnen (Handschuhe, Mundschutz, Schutzbrille, ggf. Schutzanzug). Gleichzeitig erhalten Sie ebenfalls eine Mundschutzmaske, um eine Ausbreitung des Virus möglichst zu vermeiden. Sie helfen damit, weiteren Infektionen vorzubeugen.  Bei allen bisherigen SARS-Epidemien haben sich überdurchschnittlich viele Ärzte und Fachpersonal angesteckt. Die Vorsichtsmaßnahmen sind deshalb notwendig, damit auch bei einer weiteren Ausbreitung des Virus wir alle Betroffenen schnell und gut versorgen können. Ihnen wird in jedem Fall geholfen. Für den Transport von Verdachtsfällen setzen wir einen besonderen Rettungswagen ein, der nach jeder Fahrt obligatorisch desinfiziert wird. Stellt sich erst während der Fahrt oder nachträglich heraus, dass ein Patient möglicherweise ein Verdachtsfall ist, wird dieser Rettungswagen sofort mit erhöhtem Aufwand desinfiziert. Für alle Rettungsmitteln wurden die Hygienemaßnahmen bereits deutlich erhöht. Das Risiko sich also während eines Transportes in einem Rettungs- oder Krankenwagen anzustecken, ist deutlich geringer als in jedem anderen Transportmittel.  

Je nachdem wie sich die weitere Ausbreitung des Virus in unserem Landkreis entwickelt, wird das Rote Kreuz mit seinen ehrenamtlichen Kräften versuchen eine Betreuung der Patientinnen sicher zu stellen. Dazu kann zum Beispiel auch die Versorgung von Betroffenen zu Hause gehören oder der Aufbau von zusätzlichen Behandlungseinrichtungen. Alle Maßnahmen werden jedoch immer vom zuständigen Gesundheitsamt organisiert.

 

Wo bekomme ich weitere Informationen und Hilfe?

Für die Diagnose, Behandlung und Versorgung von Patienten, die nachweislich an Covid-19 erkrankt sind sowie von Verdachtsfällen, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben oder Kontakt zu Infizierten hatten, sind das medizinische Fachpersonal im Gesundheitsamt des Landkreises, die niedergelassenen Ärzte sowie die beiden Kliniken in Murnau und Garmisch-Partenkirchen zuständig.